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Borderless Gaming dürfte vielen vor allem als Tool bekannt sein, mit dem sich Spiele unkompliziert im randlosen Fenstermodus darstellen lassen. Inzwischen kann die Software aber deutlich mehr: Über das integrierte BGFX-System lassen sich auch Shader und andere Rendering-Effekte auf Spiele anwenden.



Neu dabei ist jetzt eine inoffizielle Umsetzung von DLSS 5 Neural Rendering. Das Besondere: Du musst dafür weder DLL-Dateien im Spieleordner austauschen noch einen speziellen Mod für das jeweilige Spiel installieren. Stattdessen wird der Effekt separat über GitHub geladen und anschließend direkt über Borderless Gaming angewendet.

DLSS 5 Neural Rendering ohne offiziellen Spiele-Support

Normalerweise muss DLSS 5 direkt vom Entwickler in ein Spiel integriert werden. Bei Borderless Gaming läuft das anders.

Der Entwickler Andrew Sampson hat das Neural-Rendering-Modell für BGFX angepasst. Dadurch werden die Berechnungen nicht über NVIDIAs klassische DLSS-DLL weitergereicht, sondern direkt über die Effekt-Pipeline von Borderless Gaming ausgeführt.

Dadurch lässt sich der Effekt auch auf Spiele anwenden, die keinen offiziellen DLSS-5-Support besitzen.

Wichtig ist allerdings die Abgrenzung: Borderless Gaming schaltet nicht einfach die native DLSS-5-Integration eines Spiels frei. Stattdessen handelt es sich um einen separaten Neural-Rendering-Shader, der über BGFX auf das Spielbild angewendet wird.

Was verändert Neural Rendering eigentlich?

DLSS 5 Neural Rendering soll das gerenderte Bild mithilfe eines neuronalen Netzes überarbeiten. Dabei können unter anderem Beleuchtung, Strukturen und der allgemeine Bildeindruck verändert werden.

Bei der Borderless-Gaming-Version lassen sich dafür verschiedene Parameter direkt anpassen. Dazu gehören unter anderem:

  • Strength
  • Lighting
  • Structure
  • Style
  • Processing Resolution

Damit lässt sich relativ stark beeinflussen, wie deutlich der Effekt sichtbar wird. Der Entwickler liefert bereits ein fertiges Preset mit, das als Ausgangspunkt verwendet werden kann.

Bildquelle: GitHub / Andrew Sampson

So installierst du DLSS 5 Neural Rendering in Borderless Gaming

Die Installation ist deutlich einfacher als bei vielen bisherigen DLSS-5-Mods.

  1. Borderless Gaming installieren: Zuerst benötigst du die aktuelle Version von Borderless Gaming. Die Software ist über Steam erhältlich. Wichtig ist, dass du eine aktuelle Version mit dem neuen BGFX-Effektsystem verwendest.
  2. Effects Editor öffnen: Starte Borderless Gaming und öffne anschließend den Effects Editor. Dort kannst du vorhandene Effekte verwalten und neue Effekte beziehungsweise Presets hinzufügen.
  3. DLSS-5-NR von GitHub installieren: Wähle im Effects Editor: Install from GitHub. Anschließend fügst du folgende Repository-Adresse ein: https://github.com/andrewmd5/bgfx-dlss5-nr. Borderless Gaming übernimmt danach Download und Einrichtung automatisch. Du musst also keine DLL-Dateien manuell kopieren und auch keine Dateien im jeweiligen Spieleordner verändern.
  4. DLSS5-NR Preset auswählen: Nach der Installation steht das Preset DLSS5-NR zur Verfügung. Wähle dieses aus und aktiviere die Effekte. Unter Windows empfiehlt der Entwickler außerdem, Scaling (GPU) zu verwenden.
  5. Spiel starten und Einstellungen anpassen. Danach kannst du dein Spiel wie gewohnt starten. Über die Einstellungen von Borderless Gaming kannst du anschließend beispielsweise Stärke, Beleuchtung, Struktur und Processing Resolution anpassen. Gerade bei der Processing Resolution lohnt sich etwas Experimentieren, da eine höhere Auflösung entsprechend mehr GPU-Leistung benötigt.

Auch ältere RTX-Grafikkarten sollen funktionieren

Interessant ist außerdem, dass die Umsetzung nicht ausschließlich auf RTX-5000-Grafikkarten ausgelegt ist.

Der Entwickler schreibt, dass das Modell quantisiert und optimiert wurde, damit es auf einer deutlich größeren Auswahl an GPUs laufen kann. Als konkretes Beispiel nennt er eine GeForce RTX 3090, die je nach Spiel und Einstellungen ungefähr 30 FPS erreichen könne.

Allerdings befindet sich die verwendete Shader-Technik noch in einem experimentellen Stadium. Der Entwickler erwartet weitere Performance-Verbesserungen, sobald Shader Model 6.10 breiter von Treibern unterstützt wird.

Und was ist mit AMD-Grafikkarten?

Hier sollte man aktuell noch vorsichtig sein.

Der Entwickler spricht zwar ausdrücklich davon, dass die Umsetzung auf einer größeren Auswahl an GPUs und nicht nur auf den neuesten NVIDIA-Grafikkarten funktionieren soll. Eine konkrete Bestätigung für Radeon-GPUs gibt es im offiziellen Borderless-Gaming-Post beziehungsweise im GitHub-Repository derzeit aber nicht.

Für AMD-Grafikkarten existieren allerdings bereits andere Community-Projekte, die DLSS 5 Neural Rendering beispielsweise auf Radeon RX 7000 und RX 9000 zum Laufen bringen.

Borderless Gaming ist inzwischen deutlich mehr als nur Borderless Window

Ursprünglich war Borderless Gaming vor allem dafür bekannt, Spiele in einen randlosen Fenstermodus zu zwingen. Mit BGFX hat sich die Software inzwischen aber zu einer deutlich umfangreicheren Rendering-Plattform entwickelt.

Neben verschiedenen Upscaling- und Shader-Effekten besitzt Borderless Gaming mittlerweile beispielsweise auch eine eigene universelle Frame-Generation-Lösung namens BGFG. Die Effekt-Pipeline läuft laut Entwickler direkt auf der GPU.

DLSS 5 Neural Rendering ist damit weniger eine komplett neue Funktion innerhalb der Software als vielmehr ein weiterer Shader, der das bereits bestehende BGFX-System verwendet.

DLSS 5 ausprobieren, ohne dein Spiel zu modifizieren

Die neue Borderless-Gaming-Lösung macht das Experimentieren mit DLSS 5 Neural Rendering deutlich einfacher. Du musst keine Spieldateien verändern, keine DLLs ersetzen und bist nicht darauf angewiesen, dass für jedes Spiel ein eigener Mod existiert.

Trotzdem solltest du die Lösung nicht mit nativem DLSS-5-Support verwechseln. Der Effekt wird über Borderless Gaming auf das Spielbild angewendet und ist damit technisch ein anderer Ansatz als eine direkte Integration durch den Spieleentwickler.

Wer Neural Rendering einfach einmal ausprobieren oder die Auswirkungen auf ältere Spiele testen möchte, bekommt damit aber eine vergleichsweise unkomplizierte Möglichkeit.

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