Zu Intel Nova Lake gab es in den vergangenen Monaten bereits einige Leaks. Jetzt wird das kommende Desktop-Line-up wieder ein Stück konkreter: Eine neue Liste nennt sieben mögliche Core-Ultra-4000-Prozessoren – darunter mehrere Modelle mit besonders großem Cache.
Ganz oben steht dabei ein bisher unbekannter Intel Core Ultra 9 4970K BFC mit 28 Kernen und satten 144 MiB L3-Cache.
Inhaltsverzeichnis
Sieben Intel Nova Lake S CPUs aufgetaucht
Die neue Liste stammt vom Leaker LC Tech Leaks und zeigt sieben mögliche Nova-Lake-S-Prozessoren aus den Serien Core Ultra 5, Core Ultra 7 und Core Ultra 9.
Neben den Modellnamen werden auch Kernkonfigurationen, L3-Cache, TDP und die integrierte Grafikeinheit genannt.
| Prozessor | P-Kerne | E-Kerne | LP-E-Kerne | Kerne gesamt | L3-Cache | TDP | iGPU |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core Ultra 9 4970K BFC | 8 | 16 | 4 | 28 | 144 MiB | 125 W | 32 EU |
| Core Ultra 9 4950K | 8 | 16 | 4 | 28 | 36 MiB | 125 W | 32 EU |
| Core Ultra 9 4900 BFC | 6 | 12 | 4 | 22 | 108 MiB | 65 W | 32 EU |
| Core Ultra 7 4870K BFC | 8 | 12 | 4 | 24 | 132 MiB | 125 W | 32 EU |
| Core Ultra 7 4850K | 8 | 12 | 4 | 24 | 33 MiB | 125 W | 32 EU |
| Core Ultra 5 4650KF | 6 | 12 | 4 | 22 | 27 MiB | 125 W | – |
| Core Ultra 5 4650K | 6 | 12 | 4 | 22 | 27 MiB | 125 W | 32 EU |
Die ursprüngliche Tabelle ordnet die vier LP-E-Kerne nur den BFC-Modellen zu. Laut Leaker Jaykihn sollen allerdings alle genannten Prozessoren über vier LP-E-Kerne verfügen.
Wie bei allen bisherigen Nova-Lake-Leaks gilt aber auch hier: Intel hat weder die Modellnamen noch die technischen Daten offiziell bestätigt.
Core Ultra 4000: Das neue Namensschema kennen wir bereits
Dass Intel bei Nova Lake offenbar auf vierstellige Modellnummern setzt, ist nicht komplett neu. Bereits Ende August war mit dem Core Ultra 9 4950K erstmals ein entsprechendes Engineering Sample aufgetaucht. Das neue Namensschema haben wir deshalb schon ausführlicher in unserem Intel-Nova-Lake-Blog behandelt.
Der neue Leak geht jetzt einen Schritt weiter: Statt eines einzelnen Modells sehen wir erstmals gleich mehrere konkrete Bezeichnungen innerhalb der Core-Ultra-4000-Serie.
Vor allem ein Zusatz fällt dabei auf: BFC.
Was steckt hinter den BFC-Modellen?
Was BFC offiziell bedeutet, ist bislang nicht bekannt.
Es gibt aber ein klares Muster: Alle drei Modelle mit diesem Zusatz besitzen laut Leak den sogenannten bLLC – Big Last Level Cache.
Dazu gehören:
- Core Ultra 9 4970K BFC mit 144 MiB L3-Cache
- Core Ultra 9 4900 BFC mit 108 MiB L3-Cache
- Core Ultra 7 4870K BFC mit 132 MiB L3-Cache
Die regulären Varianten kommen dagegen auf deutlich weniger Cache. Beim Core Ultra 9 4950K stehen beispielsweise nur 36 MiB im Raum.
Dass Intel bei Nova Lake Prozessoren mit deutlich größerem Cache plant, ist ebenfalls nicht neu. Bereits frühere Leaks deuteten auf bis zu 144 MiB L3-Cache hin. In unserem Artikel zu den Intel Nova Lake Prozessoren mit 144 MiB L3-Cache haben wir uns bereits genauer angesehen, warum dieser zusätzliche Cache gerade fürs Gaming interessant werden könnte.
Der Ansatz erinnert dabei natürlich an AMDs Ryzen-X3D-Prozessoren, bei denen zusätzlicher Cache ebenfalls eine zentrale Rolle für die Gaming-Leistung spielt. Ob BFC allerdings tatsächlich die finale Bezeichnung dieser Modelle wird, bleibt offen.
Core Ultra 9 4970K BFC steht über dem 4950K
Besonders interessant ist der Core Ultra 9 4970K BFC.
Mit 8 Performance-Kernen, 16 Efficiency-Kernen und vier LP-E-Kernen kommt er auf insgesamt 28 Kerne. Damit besitzt er zwar genauso viele Kerne wie der Core Ultra 9 4950K, unterscheidet sich aber vor allem beim Cache.
Während für den 4950K 36 MiB L3-Cache genannt werden, soll der 4970K BFC ganze 144 MiB bieten. Damit würde Intel den 4970K BFC trotz gleicher Kernzahl oberhalb des 4950K positionieren. Wie viel zusätzliche Gaming-Leistung der größere Cache am Ende bringt, lässt sich anhand der bisherigen Angaben allerdings noch nicht beurteilen. Dafür brauchen wir erste unabhängige Benchmarks.
Auch das bisherige Nova-Lake-Line-up passt dazu
Ganz neu sind die grundlegenden Kernkonfigurationen nicht. Bereits im April ist ein deutlich umfangreicheres angebliches Nova-Lake-S-Line-up aufgetaucht. Damals war von verschiedenen Modellen mit 22, 24 und 28 Kernen sowie zusätzlichen Dual-Compute-Tile-Versionen die Rede.
In unserem Artikel Intel Core Ultra 400 Leak: Vollständiges Nova-Lake-S-Lineup aufgetaucht findest du die komplette damalige Übersicht. Auch dort wurden bereits vier zusätzliche LP-E-Kerne für die verschiedenen Konfigurationen genannt. Die jetzt aufgetauchten CPUs passen damit zumindest bei vielen Kernkonfigurationen zu den früheren Informationen. Neu sind vor allem die konkreten Modellbezeichnungen und die Zuordnung der großen Cache-Varianten.
Wo sind die Nova-Lake-CPUs mit 52 Kernen?
Eine Sache fällt bei der neuen Liste allerdings direkt auf: Das bereits mehrfach geleakte 52-Kern-Flaggschiff fehlt. Die jetzt genannten Modelle verwenden maximal eine Konfiguration aus 8 P-Kernen, 16 E-Kernen und vier LP-E-Kernen. Frühere Leaks nennen dagegen zusätzlich große Nova-Lake-Varianten mit zwei Compute Tiles. Dabei stehen Modelle mit 44 beziehungsweise 52 Kernen im Raum.
Über das mögliche Topmodell haben wir ebenfalls bereits ausführlich in unserem Intel-Nova-Lake-Blog berichtet. Dass diese CPUs in der aktuellen Liste fehlen, bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass Intel sie gestrichen hat. Vielmehr dürfte die Liste nur einen Teil des geplanten Nova-Lake-S-Portfolios zeigen.
Nova Lake bekommt einen neuen Sockel
Mit Nova Lake steht außerdem ein Plattformwechsel an. Die kommenden Desktop-Prozessoren sollen auf den neuen Sockel LGA1954 setzen. Damit wären aktuelle LGA1851-Mainboards nicht kompatibel. Zusätzlich werden neue Chipsätze der 900er-Serie erwartet. Entsprechende Nova-Lake-Plattformen sind inzwischen bereits in Zertifizierungsdatenbanken aufgetaucht.
Wenn du von Arrow Lake oder einer älteren Intel-Plattform auf Nova Lake wechselst, dürfte daher auch ein neues Mainboard notwendig werden.
Wann erscheint Intel Nova Lake?
Intel selbst hat bestätigt, dass Nova Lake noch Ende 2026 erscheinen soll. Damit sollen zumindest die ersten Prozessoren der neuen Generation noch in diesem Jahr an den Start gehen. Welche Modelle Intel zuerst veröffentlicht und ob die jetzt geleakten Core-Ultra-4000-Prozessoren direkt dazugehören, ist bislang noch nicht bestätigt.
Intel Nova Lake wird immer konkreter
Das Puzzle rund um Nova Lake setzt sich langsam zusammen.
Nachdem wir bereits mehr über die Architektur, die Kernkonfigurationen, den neuen Sockel und das vierstellige Namensschema erfahren haben, liefert der neue Leak jetzt erstmals konkrete Namen für mehrere Core-Ultra-4000-Prozessoren. Besonders spannend sind die neuen BFC-Modelle. Bis zu 144 MiB L3-Cache könnten Intel vor allem beim Gaming helfen, deutlich näher an AMDs X3D-Prozessoren heranzurücken.
Ob der Core Ultra 9 4970K BFC am Ende tatsächlich zum großen Gaming-Modell der Nova-Lake-Generation wird, zeigen aber erst die finalen Spezifikationen und Benchmarks.
Was hältst du von Intels neuen BFC-Prozessoren? Ist der zusätzliche Cache für dich interessanter oder wartest du eher auf die großen Nova-Lake-Modelle mit bis zu 52 Kernen?


